Hannover ist eine innovative Stadt, was sich auch in der hiesigen Kulturszene widerspiegelt. Mit der Einrichtung eines Innovationsfonds sollen entsprechende Vorhaben unterstützt werden.

„Wir erhoffen uns von unserem Innovationsfonds noch stärkere Impulse für die Entwicklung unseres reichen Kulturlebens“, erklärt die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Ratsfraktion, Belgin Zaman.

Mit dem Fonds, der mit 100.000 Euro ausgestattet ist, sollen „besonders ideenreiche, interdisziplinäre Kulturprojekte gefördert werden“, erläutert Zaman. Sie erwartet davon einerseits, dass sich daraus fruchtbare Kooperationen verschiedener Genres des kulturellen Lebens entwickeln, und andererseits, dass sich solch kreativer Projekte neue Interessengruppen für die Kultur Hannovers erschließen.

Das breite kulturelle Angebot Hannovers lobt auch Oliver Kluck, der kulturpolitische Sprecher der Grünen Ratsfraktion: „„Hannover verfügt über ein außergewöhnlich vielfältiges und exzellentes Angebot freier Theater, das wir auch weiterhin erhalten wollen“. Da es nicht möglich war, die seit 2001 in ihrer Summe unveränderten Fördergelder angemessen zu verteilen, wollen SPD und Bündnis 90/Die Grünen 50.000 Euro im laufenden Jahr und je 100.000 Euro in den nächsten beiden Jahren zusätzlich bereitstellen. Kluck erklärt: „Damit bieten wir den Entwicklungspotenzialen der Freien Theater eine finanzielle Grundlage.“

„Willkommenskultur ist ein Markenzeichen der Landeshauptstadt“, meint Belgin Zaman. Als Querschnittsaufgabe betreffe die Aufnahme von Zugewanderten und Flüchtlingen alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens. „Dass wir hier in Hannover eine Willkommenskultur haben, zeigt bereits die steigende Nachfrage nach Deutschkursen von Seiten Zugewanderter“, erklärt Zaman: „Deren Bildungskarrieren wollen wir sichern“. Um das Angebot solcher Kurse ausweiten und besser koordinieren zu können, hat die rot-grüne Ratskoalition zusätzliche Mittel von 25.000 Euro beantragt.

„Vor dem Hintergrund der Bewerbung der Musikstadt Hannover als Unesco City of Music erhalten von uns drei Initiativen aus dem Bereich der Musik eine zusätzliche Förderung“, sagt Kluck. Dazu gehören das Neue Ensemble/musik für heute, das seit 20 Jahren als Multiplikator für die Musik der Gegenwart national und international erfolgreich ist. Neben den Konzerten gehört auch die Musikvermittlung zum Konzept, vom Schulworkshop zur zeitgenössischen Musik über gemeinsame Auftritte bis zur eigenen Reihe von Einführungskonzerten.

Darüber hinaus sollen die Jazz Musiker Initiative und der Jazz Club insbesondere für ihre Vermittlungsarbeit für die Zielgruppe Jugend, für Nachwuchsförderung und zur Weiterentwicklung der Jazzmusikszene zusätzliche Mittel erhalten, so Zaman und Kluck.
Die rot-grünen Haushaltsanträge im Kulturbereich im Überblick:

100.000 € für einen Innovationsfonds Kultur, ab 2015: 170.000 € (zunächst insgesamt auf drei Jahre begrenzt)
+ 50.000 € zur Förderung der freien Theater, für 2015 und 2016: + 100.000 €
+ 50.000 € zur Förderung des soziokulturellen Zentrums FAUST e.V.
32.000 € für das Projekt „Moderner Tanz in Schulen“ (auf drei Jahre begrenzt)
30.000 € für das Medienhaus Hannover e.V.
25.000 € für die Weiterentwicklung des Konzeptes Deutsch als Fremdsprache
15.000 € für das Neue Ensemble/Musik für heute e.V.
+ 8.635 € für die Jazz Musiker Initiative Hannover e.V.
+ 5.019 € für den Jazz Club Hannover e.V.
5.000 € für die Iranische Bibliothek
+ 5.000 € für das Schülerfilmfestival “up-and-coming Internationales Film Festival Hannover”
Jugendtheater im Staatstheater: Die Verwaltung soll prüfen, wie das Junge Schauspiel ab 2015 gefördert werden kann.
Musikprojektförderung: Die Verwaltung soll berichten, welche Projekte nach welchen Kriterien mit diesen Mitteln gefördert werden.
Bürgerbeteiligung Stadtteilkulturarbeit: Im Zusammenhang mit den Vorplanungen zur räumlichen Veränderung der Stadtteilkulturarbeit im Stadtbezirk Misburg-Anderten soll eine Bürgerbeteiligung zur Ermittlung der aktuellen und zukünftigen Bedürfnisse der Stadtteilkulturarbeit durchgeführt werden.
Bürgerbeteiligung Stadtteilkulturarbeit: Im Zusammenhang mit den geplanten Sanierungen von Freizeitheimen sollen über eine Beteiligungsverfahren die Bedürfnisse, insbesondere der Raumbedarf abgefragt werden.
Barrierefreier Zugang zu Bühnen: Prüfauftrag an die Verwaltung, inwieweit ein barrierefreier Zugang sichergestellt werden kann. Für den barrierefreien Zugang zur Bühne des Freizeitheims Vahrenwald werden die dafür nötigen Mittel zur Verfügung gestellt.